In der Natur besetzen verschiedene Fischarten unterschiedliche ökologische Nischen, um Nahrungskonkurrenz und Revierkonflikten auszuweichen. Oberflächenfische haben sich anatomisch perfekt an das Leben direkt unter dem Wasserspiegel angepasst. Durch eine geschickte Kombination von Fischen aus allen Zonen (Oberfläche, Mitte und Boden) wird das gesamte Aquarium harmonisch genutzt und der Stress für alle Bewohner minimiert.
Besondere Fische für unterschiedliche Wasserzonen: Oberflächenfische
Viele Zierfische leben im Aquarium in bestimmten Wasserzonen. Beispielsweise am Bodengrund oder an der Wasseroberfläche. Meistens sind diese Arten auch an das Leben in der jeweiligen Umgebung angepasst. Das äußert sich beispielsweise in einer gewissen Körperform, einer besonderen Färbung oder einem oberständigen Maul für die Nahrungsaufnahme an der Oberfläche. Durch die besondere Lebensweise eignen sich Oberflächenbewohner auch oft für relativ flache Aquarien.
Oftmals sind an der Oberfläche beheimatete Fische gute Springer. Dein Aquarium sollte also dicht abgedeckt sein.
In diesem Blogbeitrag möchten wir dir Fische aus der oberen Wasserzone vorstellen. Also Arten, die unmittelbar unter der Wasseroberfläche leben. Es gibt natürlich auch einige bekannte Fischarten, die an der Wasseroberfläche leben. Doch wir möchten uns auf Oberflächenfische fokussieren, die du nicht in jedem Aquarium und vielleicht auch nicht bei jedem Zierfischhändler findest. Kleine, besondere Zierfisch-Raritäten sozusagen. Viel Spaß mit unseren Oberflächenfischen!
Querbandhechtling
Der idealo Oberflächenbewohner für Aquarien mit friedlichen Mitbewohnern. Die Haltung ist nicht sehr schwer und neben der interessanten Färbung begeistern diese Oberflächenfische mit einem tollen Verhalten. Als Lauerjäger stehen und warten sie unter der Wasseroberfläche auf Anfluginsekten.
Ringelhechtling
Dieser kleine Hechtling ist einer der kleinsten Hechtlinge und noch dazu einer der farbenfrohsten Süßwasser-Zierfische. Es wird nur 3,5 - 4 cm groß und passt daher auch perfekt als Oberflächenfisch in ein kleines Aquarium. Auch eine Vergesellschaftung mit Garnelen ist möglich. Hechtling-Typisch lebt auch diese Art direkt unter der Wasseroberfläche und lauert auf Futter. Die Haltung ist ebenfalls nicht schwer.
Streifenhechtling
Erkennst du langsam ein Muster? Sehr viele Hechtlinge sind Oberflächenbewohner. Das erkennt man auch direkt an ihrer Körperform. Diese Art wird etwas größer als die anderen beiden. Je nach Lichteinfall gibt es ein wahres Farbenschauspiel. Auch dieser Hechtling ist ein Lauerjäger. Die Haltung ist auch für Anfänger in einem etwas größeren Aquarium gut möglich.
Schwarzschwingen Beilbauchfisch
Kaum ein Oberflächenfisch ist wohl so bekannt wie der Beilbauchfisch. Doch viele wissen nicht, dass es mehrere Arten gibt. Hier haben wir ein besonders hübsches Exemplar, was dazu gar nicht so schwer pflegbar ist. Die Oberflächenbewohner sind Schwarmfische.
Marmorbeilbauchfisch
Die Beilbäuche sind optisch wirklich ein Hingucker oder? Sie fallen weniger durch Farbe, sondern viel mehr durch ihre Körperform auf. Manche Experten halten sie für die einzig wahren "fliegenden" Fische der Welt.
Silberner Beilbauchfisch
Auch dieser Vertreter der Beilbäuche ist ein wunderschöner Oberflächenfisch.
Halbschnabelhecht
Ein Oberflächenfisch mit einem sehr ungewöhnlich geformten Maul. Der Unterkiefer ist extrem verlängert. Deshalb auch der deutsche Name "Halbschnabel"-Hecht. Sie haben quasi einen "halben Schnabel". Kaum ein Zierfisch ist mehr auf Nahrung von der Wasseroberfläche spezialisiert wie diese Art. Das Aquarium sollte ausreichend groß sein, denn die Tiere können schnell beschleunigen. Ist das Becken zu kurz, können sie am Glas anstoßen und der "Schnabel" bricht.
Spritzsalmler
Nun einmal ein Fisch, der nicht aus der Familie der Hechtverwandten stammt. Dieser Salmler lebt aber ebenfalls nahe der Wasseroberfläche. Die Eier werden außerhalb des Wassers an Blätter geklebt. Anschließend sind die Eltern bemüht, die Eier durch Wasserspritzer feucht zu halten.
Moskitobärbling
Diesen Fisch haben wohl viele nicht als klassischen Fisch der oberen Wasserzone auf dem Schirm. Doch wenn man sich das Schwimmverhalten im Aquarium ansieht, kommt man dennoch zu diesem Schluss. Zwar tauchen sie auch mal ab und fressen vom Bodengrund. Die meiste Zeit verbringen die Minifische unter der Wasseroberfläche. Auch im Nanoaquarium übrigens!
Häufige Fragen
Das markanteste Merkmal ist das sogenannte oberständige Maul, bei dem der Unterkiefer deutlich länger ist als der Oberkiefer. Dies ermöglicht es den Fischen, Nahrung wie Insekten bequem von der Wasseroberfläche aufzunehmen. Zudem besitzen viele dieser Arten eine auffällig gerade, flache Rückenlinie und weit nach hinten verlagerte Flossen, was ihnen hilft, lautlos und stabil knapp unter der Oberfläche zu lauern.
Zu den bekanntesten und faszinierendsten Spezialisten für die obere Zone gehören die skurrilen Beilbauchfische (z. B. der Marmorierte Beilbauch), verschiedene Hechtlinge (wie der farbenfrohe Querbandhechtling), asiatische Halbschnabelhechte sowie die Gruppe der Labyrinthfische (wie Fadenfische und Guramis), die zum Atmen ohnehin regelmäßig die Wasseroberfläche aufsuchen müssen.
Sie benötigen viel freien Schwimmraum direkt unter der Wasseroberfläche, schätzen aber gleichzeitig dichte Strukturen als Rückzugsort. Optimal ist eine gezielte Beschattung durch Schwimmpflanzen (wie Muschelblumen, Salvinia oder Froschbiss), in deren Wurzeln sich die Fische verstecken können. Zudem sollte die Oberflächenströmung gut dosiert sein, da viele Arten (insbesondere Fadenfische für ihren Schaumnestbau) ruhige Wasserschichten bevorzugen.
Da diese Fische direkt an der Grenze zur Luft leben, jagen sie in ihrer Heimat gezielt nach Fluginsekten oder flüchten bei Gefahr nach oben aus dem Wasser. Arten wie Beilbäuche oder Hechtlinge sind exzellente Springer und können im Reflex enorme Strecken zurücklegen. Ohne eine absolut lückenlose und dichte Aquarienabdeckung springen diese Tiere innerhalb kürzester Zeit aus dem Becken.
In der Natur ernähren sie sich primär von sogenannter Anflugnahrung (Insekten, die auf die Wasseroberfläche fallen). Im Aquarium benötigen sie Futter, das möglichst lange an der Oberfläche treibt, da sie Nahrung, die einmal zu Boden gesunken ist, anatomisch bedingt kaum noch aufnehmen können. Ideal sind gefriergetrocknete FD-Futtersorten, leichtes Flockenfutter sowie Lebendfutter (z. B. Fruchtfliegen/Drosophila oder schwimmende weiße Mückenlarven).
In kleineren bis mittleren Standard-Aquarien sollte man sich immer auf eine einzige Art für die Oberfläche beschränken. Da der Raum in der obersten Schicht stark begrenzt ist, führen mehrere revierbildende oder dominante Arten (wie zwei Fadenfisch-Paare oder räuberische Hechtlinge) unweigerlich zu massivem Dauerstress, Revierkämpfen und Verletzungen. In großen Großaquarien ab 150 cm Kantenlänge ist eine Kombination bei guter Strukturierung möglich.