Der Begriff „Mbuna“ stammt aus der Sprache der Tonga und bedeutet übersetzt „in den Steinen lebend“. Er beschreibt eine Gruppe von Buntbarschen aus dem Malawisee, die streng an die felsigen Uferzonen gebunden sind. Sie zeichnen sich durch extrem leuchtende Farben (oft zeigen auch die Weibchen prachtvolle Färbungen), ein ausgeprägtes Territorialverhalten und eine Spezialisierung auf das Abschaben von Algenaufwuchs aus.
Mbunas - Felsenbewohnende Buntbarsche aus dem Malawisee
Du interessierst dich für faszinierende Buntbarsche? Dann sind Mbunas aus dem Malawisee genau das Richtige für dich. Diese farbenprächtigen Fische sind nicht nur wunderschön anzusehen, sondern auch äußerst interessant in ihrem Verhalten. In diesem Artikel erfährst du alles, was du über die felsenbewohnenden Mbunas wissen musst.
Was sind Mbunas?
Mbunas, ursprünglich aus den steinigen Küstenregionen des Malawisees in Ostafrika stammend, leiten ihren Namen von der afrikanischen Sprache Chichewa ab. "Mbuna" bedeutet übersetzt "Felsenbewohner". Diese Namensgebung ist äußerst treffend, da Mbunas typischerweise in felsigen Habitaten leben und sich geschickt zwischen den Steinen verbergen. Vereinfacht gesagt handelt es sich also um Malawi-Buntbarsche, die felsige Umgebungen bevorzugen.
Verhaltensweise der Mbunas
Mbunas sind für ihr lebhaftes und manchmal auch aggressives Verhalten bekannt. Diese Fische sind territorial und verteidigen ihr Revier mit Leidenschaft. Du wirst oft beobachten, wie sie ihre Höhlen und Verstecke vehement gegenüber anderen Fischen verteidigen. Dieses Verhalten macht Mbunas zu spannenden Beobachtungsobjekten in deinem Aquarium.
Mbuna-Barsche im Aquarium und passende Einrichtung
Die Haltung von Mbunas in einem Aquarium erfordert besondere Aufmerksamkeit bei der Einrichtung. Da sie Felsenbewohner sind, ist eine felsige Umgebung entscheidend. Verwende daher Sand als Bodengrund und platziere zahlreiche Felsen und Höhlen im Aquarium. Diese bieten den Cichliden nicht nur Schutz, sondern auch die Möglichkeit, ihr Territorium zu markieren und zu verteidigen. Stelle sicher, dass genügend Versteckmöglichkeiten vorhanden sind, um Konflikte zu minimieren. Da die Fische gerne alkalische und harte Wasserbedingungen haben, kannst du optimal mit kalkhaltigem Gestein arbeiten. Dazu eignet sich unter anderem das bekannte weiße Lochgestein oder auch Korallenbruch. Das Aquarium für diese Tiere muss in der Regel etwas größer sein. Mindestens 300 Liter würden wir dir empfehlen.
Du kannst Mbunas gut mit anderen Mbunas vergesellschaften. Wichtig ist nur, dass sie untereinander friedlich sind und das Größenverhältnis stimmt. Denn es gibt auch große Barsche, die Jagd auf kleine Mbunas machen. Wenn du das beachtest, kannst du dir einen sehr farbenfrohen Mix zusammenstellen.
Bevorzugte Wasserwerte der Mbunas
Um Mbunas glücklich und gesund zu halten, ist es wichtig, die richtigen Wasserwerte zu gewährleisten. Die folgenden Parameter sind ideal:
- pH-Wert: Mbunas bevorzugen einen alkalischen pH-Wert zwischen 7,8 und 9
- Temperatur: Die Wassertemperatur sollte konstant zwischen 24 und 28 °C betragen
- Gesamthärte (GH): Ein GH-Wert zwischen 10 und 20 °dGH ist ideal.
- Karbonathärte (KH): Die KH sollte bei 7 bis 14 °dKH liegen.
- Leitwert: Ein Leitwert von 300 bis 600 µS/cm ist empfehlenswert.
Regelmäßige Wasserwechsel sind entscheidend, um die Wasserwerte stabil zu halten und die Gesundheit deiner Mbunas zu gewährleisten. Denn die aufgeweckten Barsche können durch ihren schnellen Stoffwechsel das Wasser belasten. Vor allem, weil in Malawi-Aquarien oft eine sehr hohe Besatzdichte herrscht.
Ernährungsweise und Fütterung
Mbunas sind Allesfresser, aber in der Natur besteht ihre Nahrung hauptsächlich aus Aufwuchs, Algen und Wirbellosen. Im Aquarium ist es wichtig, eine ausgewogene Ernährung anzubieten. Hochwertiges Flockenfutter, Pellets und gefrorene Futtersorten wie Mysis-Garnelen und Artemia sind eine gute Wahl. Achte darauf, dass sie auch pflanzliche Kost in Form von Algenpellets oder -blättern erhalten, um ihre Gesundheit und Farbenpracht zu fördern. Viele Arten fressen auch gerne Gemüse wie Gurke, Spinat, Erbsen oder Salat. Wasserpflanzen sind meistens keine gute Idee, da diese ebenfalls gefressen werden. Lediglich sehr zähe Pflanzenarten wie die Anubias sind für die dauerhafte Haltung im Malawi-Aquarium geeignet.
Denke daran, Mbunas neigen dazu, beim Füttern recht gierig zu sein. Achte darauf, nicht zu überfüttern, da Übergewicht gesundheitliche Probleme verursachen kann. Es ist besser, kleine Portionen mehrmals am Tag zu füttern.
Häufige Fragen
Für kleinere und vergleichsweise friedliche Mbuna-Arten (wie Chindongo saulosi oder Labidochromis caeruleus „Yellow“) liegt die absolute Untergrenze bei 200 bis 300 Litern Hubraum bzw. einer Kantenlänge ab 100 bis 120 cm. Größere oder sehr durchsetzungsstarke Gattungen (wie Pseudotropheus oder Melanochromis) benötigen zwingend Großaquarien ab 400 bis 500 Litern aufwärts.
Das Becken erfordert massive Steinaufbauten (z. B. aus Lochgestein, Basalt oder großen Flusssteinen), die im hinteren Bereich idealerweise bis knapp unter die Wasseroberfläche reichen. Diese müssen viele Höhlen, Spalten und optische Sichtblenden bieten, damit unterdrückte Tiere und tragende Weibchen Schutz finden. Als Bodengrund ist feiner Sand Pflicht, da Mbunas leidenschaftlich gerne graben und Reviere ausheben.
Malawisee-Cichliden benötigen sauberes, leicht hartes bis hartes Wasser mit einem hohen, stabilen pH-Wert zwischen 7,5 und 8,5. Die Karbonathärte (KH) sollte bei mindestens 5 bis 8 °dKH liegen. Zudem haben Mbunas einen sehr hohen Sauerstoffbedarf, weshalb eine starke Strömung, eine kräftige Oberflächenbewegung und wöchentliche, großzügige Wasserwechsel von mindestens 50 % essenziell sind.
Die allermeisten Mbunas sind hochspezialisierte Pflanzenfresser (Herbivoren). Im Aquarium müssen sie zwingend mit ballaststoffreichem Futter mit hohem Spirulina- und Algenanteil (Flocken oder Granulat) ernährt werden. Protein- und fettreiches Frostfutter (insbesondere rote Mückenlarven) verträgt ihr langer Darm nicht – es führt fast unweigerlich zur gefürchteten und meist tödlichen Malawi-Blähsucht (Malawi Bloat).
Alle Mbuna-Arten sind mütterliche Maulbrüter. Nach der Paarung, bei der das Männchen das Weibchen mithilfe seiner markanten Eiflecke auf der Afterflosse anlockt und die Eier befruchtet, nimmt das Weibchen das Gelege direkt ins Maul. Dort trägt und schützt sie die Brut für etwa 3 Wochen komplett ohne eigene Nahrungsaufnahme, bis die fertig entwickelten Jungfische entlassen werden.
Mbunas sollten niemals paarweise, sondern immer im Harem (1 Männchen mit mehreren Weibchen, idealerweise 3 bis 5) gehalten werden. Zudem arbeitet man in der Malawi-Aquaristik erfolgreich mit einem kontrollierten Überbesatz. Dadurch verteilen sich die innerartlichen Aggressionen der dominanten Männchen auf die gesamte Gruppe, sodass kein einzelnes Tier isoliert und zu Tode gejagt wird.