Das hängt stark von der Art ab. Während Saugwelse (wie Antennenwelse) überwiegend Aufwuchs, Algen und pflanzliche Kost bevorzugen, sind Panzerwelse reine Fleischfresser (Karnivoren), die proteinreiches Futter wie Frostfutter, Lebendfutter oder spezielle Granulate benötigen.
Welse richtig füttern
Oftmals werden Welse im Aquarium mit "Resteverwertern" oder auch "Algenfressern" assoziiert. Wer kennt es nicht, das Klischee vom "Scheibenputzer"? Doch in der Realität sieht es anders aus. Ja, es gibt auch Welse die sich gerne von Resten ernähren. Und natürlich gibt es auch Algenfresser. Doch daneben gibt es sehr viele Arten, die eine spezielle Ernährung und damit auch eine spezielle Fütterung benötigen. Wir möchten etwas aufklären, wie du verschiedene Welse richtig im Aquarium fütterst.
Natürlich können wir nicht auf jede einzelne Art eingehen. Du findest die Ernährungsgewohnheiten jeder Art aber natürlich in ihrer jeweiligen Artenbeschreibung bei uns im Shop.
Panzerwelse
Panzerwelse der Gattungen Corydoras, Aspidoras, Scleromystax oder auch Gastrodermus sind in freier Natur Würmer- und Insektenfresser. Zu Boden gesunkene Futterreste werden gerne angenommen, reichen aber nicht für die Ernährung aus. Algen oder Aufwuchs werden überhaupt nicht gefressen. Du brauchst also auf jeden Fall eine Zufütterung mit Futtersorten, die zu Boden sinken. Um die Vorliebe nach Insekten und Würmern zu befriedigen, eignet sich Frostfutter am besten. Tubifex oder rote Mückenlarven sind perfekt. Nach etwas Gewöhnung wird auch Granulat gerne gefressen. Dazu wählst du am besten ein kleines Weichgranulat.
Mehr über die verschiedenen Gattungen und Arten von Panzerwelsen findest du übrigens hier.
Pflanzenfresser / Algenfresser
Zu dieser Gruppe gehören hauptsächlich Vertreter der Saugwelse bzw. Harnischwelse. Das schließt auch die L-Welse mit ein. Viele Arten davon sind Allesfresser und fressen sowohl tierisches als auch pflanzliches Futter. Manche sind jedoch auch hauptsächlich spezialisiert auf Algen oder pflanzliches Futter. Unter anderem handelt es sich um Arten von Farlowella, Sturisoma (Störwelse) oder auch den L47 Prachtharnischwels und L190 "Royal Pleco". Auch verschiedene Parotocinclus und Otocinclus gehören zu den Algenfressern.
In den meisten Aquarien finden sich nicht genügend Algen und Aufwuchs für eine dauerhafte Ernährung. Du musst daher mit Grünfutter zufüttern, damit deine Welse nicht verhungern. Je nach Art eignet sich dafür Gemüse, Brennnesselblätter oder Tabletten und Wafers.
Holzfresser
Viele pflanzenfressende und algenfressende Welse sind zusätzlich auf Holzfasern in ihrer Nahrung angewiesen. Denn wenn sie in freier Natur Algen oder Aufwuchs von Wurzeln und Holz schaben, nehmen sie automatisch Holzfasern mit auf. Ihr Organismus hat sich angepasst und sie benötigen Holzfasern für ihr Wohlbefinden und die Verdauung. Solche Welse benötigen also Wurzeln im Becken. Hervorragend sind beispielsweise Moorkienwurzeln geeignet. Es gibt kein wirkliches spezielles Futter dafür. Du musst schon mit echten Wurzeln im Aquarium arbeiten.
Zu diesen Welsen gehört beispielsweise der hübsche Queen Arabesque L260, der Golden Nugget L18 oder der Ringelsocken Harnischwels L204. Allgemein gibt es viele L-Welse in dieser Gruppe.
Fleischfresser
Auch wenn man es im ersten Augenblick nicht vermutet, gibt es auch viele Fleischfresser unter den Welsen. Wobei sich dies in der Regel auf Insekten, Larven und Wirbellose bezieht. Nur die wenigsten Aquarium-Welse ernähren sich von Fischen.
Zur Kategorie der Fleischfresser gehören unter anderem die Rüsselzahnwelse, der Orinoko-Guyanaharnischwels L106 oder Kaktuswelse.
Für die Fütterung im Aquarium eignet sich Frostfutter, das zu Boden sinkt. Bei großen Arten wie Kaktuswelsen dürfen das gerne auch größere Futtertier wie Muschelfleisch oder Futtergarnelen sein. Natürlich gibt es aber auch passendes Tablettenfutter.
Allesfresser
Zur Ehrlichkeit gehört aber auch, dass sehr viele Welse in der Aquaristik Allesfresser sind. Deshalb kann man sie tatsächlich als Resteverwerter bezeichnen. Sie schnappen sich Futterreste, auch mal ein paar Algen oder Aufwuchs oder sogar eine tote Schnecke oder einen toten Fisch. Du musst das jedoch genau im Auge behalten. In sehr gepflegten Aquarien gibt es oft nicht genügend Reste. Daher musst du ab und zu separat füttern. Die Wahl des Futters bleibt dir überlassen. Im Laufe des Beitrags haben wir dir bereits eine Vielzahl Futtersorten vorgestellt.
Häufige Fragen
Da die meisten Welsarten dämmerungs- und nachtaktiv sind, solltest du sie am besten kurz vor oder direkt nach dem Ausschalten der Aquarienbeleuchtung füttern. So wird verhindert, dass flinke Beifische im Mittelwasser das Futter wegschnappen.
Viele Harnischwelse (Loricariidae) benötigen echte Holzfasern für ihre Verdauung. Sie raspeln mit ihren Mäulern an Wurzeln (z. B. Moorkien- oder Mangrovenholz) und nehmen dabei lebenswichtige Cellulose auf, die ihre Darmflora stabilisiert.
Pflanzenfressende Welse lieben frisches Gemüse wie Zucchini, Gurke, Kürbis oder geschälten Paprika. Das Gemüse sollte gründlich gewaschen und idealerweise kurz mit heißem Wasser überbrüht werden. Ungefressene Reste müssen nach spätestens 24 Stunden entfernt werden, um das Wasser nicht zu belasten.
Nein, das ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Welse sind keine Müllschlucker. Sie fressen zwar Futterreste, die auf den Boden fallen, aber niemals den Kot anderer Fische. Sie benötigen eine eigene, hochwertige und ausgewogene Ernährung, um gesund zu bleiben.
Welse sollten einmal täglich gefüttert werden, am besten in kleinen Portionen. Verwende spezielle, schnell sinkende Welstabs, die stabil bleiben und sich nicht sofort im Wasser auflösen. Ein wöchentlicher Fastentag ist für erwachsene Tiere zudem sehr gesund.
Häufig liegt das an einer falschen Futterwahl. Wenn Panzerwelsen fälschlicherweise nur pflanzliche Algentabletten gefüttert werden, verhungern sie trotz vollem Bauch, da ihnen wichtige tierische Proteine fehlen. Auch scharfkantiger Bodengrund, der ihre Barteln verletzt und zu Infektionen führt, ist eine häufige Ursache.